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Geschichte des bergbaus in Ramsbeck

Vom Auf und Ab in schwierigen Zeiten

Unter größten Anstrengungen und mit zum Teil drastischen Maßnahmen war es der neunen Leitung der Stollberger AG gelungen, den Grubenbetrieb weiterzuführen. So arbeiteten 1864 schon wieder rd. 1.467 Menschen im Ramsbecker Bergbau. Hiervon waren 810 Bergleute, 437 Haldenarbeiter und 230 Arbeiter in Bereich Aufbereitung und Hütte. Der Lohn, den die Grubengesellschaft den Männern zahlte, war karg und reichte oft nicht, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Deshalb mussten häufig auch Frauen mit Klaub- und Scheidearbeiten hinzuverdienen. Und sogar Kinderarbeit war an der Tagesordnung. Da auch dies oft nicht reichte, betrieben die Bergleute nebenher noch eine kleine Landwirtschaft.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Ramsbecker Bergbaus war gekennzeichnet durch ein Auf und Ab, dessen Ursachen stets in den stark schwankenden Rohstoffpreisen zu suchen war. Lag zum Beispiel der Preis für die Tonne Blei im Jahr 1880 bei 334 Mark, so sank er bis 1894 auf 193 Mark. In folge dieses Preisverfalls wurde u.a die Grube Rieser Zug geschlossen.

Lorenzug gezogen von einem Pferd Rationalisierungen und die Nutzung neuer Techniken sorgten dafür, dass der Ramsbecker Bergbau trotz der schwankenden Rohstoffpreise weiter bestand. So wurden ab 1860 statt der bis dahin üblichen Holzwagen, die mittels Spurnagelzapfen auf Holzschienen liefen (Hunt), Eisenwagen eingesetzt. Acht bis zehn dieser Wagen wurden jetzt von Ponys gezogen. Jahre später, als die Wagen ein Fassungsvermögen von 600 kg hatten, übernahmen Pferde diese schwere Arbeit.

Ab 1878 setzte man druckluftbetriebene Bohrer bei der Arbeit ein. Damit hatte zwar das kräftezehrende Handbohren nach und nach eine Ende; jedoch nahm mit den jetzt betriebenen Stossbohrmaschienen die Staubentwicklung sehr stark zu. Die ohnehin große gesundheitliche Belastung nahm weiter zu. Es dauerte bis 1941 als mit dem Einsatz zentralgespülter leichter Bohrhämmer diese Belastung gemildert wurde.

Aufbereitung Willibald

1890 wurde die Aufbereitung Willibald, fünf Jahre später die Aufbereitung am Bastenberg errichtet. Durch die Konzentration der Aufbereitung auf zwei Standorte waren alle anderen Pochwerke überflüssig geworden.

1897 wurde die Schmalspurbahn zwischen Ramsbeck und Bestwig in Betrieb genommen, nachdem alle Versuche gescheitert waren, eine normalspurige Bahnlinie zwischen Bestwig und Fredeburg zu erhalten.

Ramsbecker Bleihütte

1907 wurde die Ramsbecker Hütte geschlossen, da die Fördermengen der heimischen Gruben eine Auslastung nicht gewährleisteten und das Hinzukaufen wegen der ungünstigen Verkehrsanbindung zu teuer war. Von der Ramsbecker Hütte ist als weithin sichtbares Zeichen der Abgaskamin am Bastenberg übriggeblieben, heute das Wahrzeichen des Ortes.

1912 kam das Aus für den Bergbau am Bastenberg. Es war unrentabel geworden, dort nach Erzen zu suchen und nachdem die Grube Alexander 1937 geschlossen wurde konzentrierte sich der Bergbau nur noch auf den Dörnberg und den Auroraschacht.

Dreimal war der Grubenbetrieb ganz eingestellt:

Ein Konkurs, drei Betriebseinstellungen in rund 100 Jahren; und doch ging es mit dem Betrieb in den Ramsbecker Bergen irgendwie weiter. Aber trotz weiterer Rationalisierungen und Modernisierungen hat die Geschichte des Ramsbecker Bergbaus kein Happy End; glücklicherweise war das (vorläufige) Ende zugleich die Geburt einer neuen Attraktion.