Home
Schreiben Sie mir/Mail me
Zurück zur Bergbauübersicht
Bergbaugeschichte

Das Bähnchen

Seit mehr als 125 Jahren fährt die große Eisenbahn durch das Ruhrtal und verbindet das obere Sauerland mit der großen weiten Welt. Da wollte auch das abseits der großen Eisenbahn liegende Ramsbeck etwas Duft der großen weiten Welt mitbekommen und verlangte ebenfalls eine Eisenbahn. Zwar erhielt Ramsbeck eine Eisenbahn; aber da es nur ein kleines Dorf war bekam es keine richtige große Eisenbahn, sondern nur eine kleine Bahn, eben das Bähnchen.
 

Die Geschichte des Bähnchen zwischen Ramsbeck und Bestwig ist eng mit der Geschichte des Ramsbecker Bergbaues verbunden. Die in Ramsbeck gewonnenen Erze wurden bis zur Fertigstellung der "Oberen Ruhrtalbahn" im Jahr 1873 mit Pferdefuhrwerken zum Bahnhof Lippstadt und weiter zu den Hütten nach Dortmund gefahren. Nachdem die Eisenbahn in das obere Ruhrtal gekommen war, reichte es aus, die Erze auf dem Straßenweg zum Verladebahnhof nach Bestwig zu verbringen.

Was lag also näher, als gleich eine Eisenbahnstrecke von Bestwig nach Ramsbeck zu bauen. So entstand der Plan für eine Strecke von Bestwig nach Fredeburg. Sie hätte dem Ramsbecker Hüttenwesen sicherlich zu einem Aufschwung verholfen, doch scheiterten diese Pläne an dem Desinteresse der Eisenbahngesellschaften.

So baute schließlich die Bergbaugesellschaft selber eine Schmalspurbahn von Ramsbeck nach Bestwig, um die Blei- und Zinkerze der Ramsbecker Gruben zum Verladebahnhof Bestwig zu bringen sowie die zum Betrieb benötigte Güter (z.B. Grubenholz) kostengünstig und schnell nach Ramsbeck zu befördern.

1897 war es dann soweit: die 750 mm Schmalspurbahn von Ramsbeck nach Bestwig nahm ihren Dienst auf. Die Strecke führte vom Bestwiger Bahnhof, wo z.T. 3-Schienengleise verlegt waren, längs dem Flüßchen Valme über Heringhausen nach Ramsbeck.

Die Bahn war nur für den Güterverkehr ausgelegt; jedoch wurden auch Personen auf den Güterwagen mitgenommen. Auch wenn zwischenzeitlich immer wieder Stimmen den Bau einer Normalspurbahn forderten blieb es beim "Bähnchen".
Die Konkurrenz der Straße führte nach nur 55 Jahren Betrieb 1952 zur Stillegung der Bahn. Im gleichen Jahr wurden die gesamten Gleisanlagen abgebaut.


 

An das Bähnchen erinnern heute nur noch einige wenige Fotos sowie ein Rad- und Wanderweg von Bestwig nach Ramsbeck mit Namen "Bähnchenweg", der genau der ehemaligen Schmalspurtrasse folgt sowie eine Brücke neben dem Bergbaumuseum.