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Bergbaugeschichte

Der große Treck

Das Anwerben von Bergleuten im Harz hatte Erfolg. Obwohl die Harzer Bergbaubehörden warnten, war der Andrang größer als erwartet. Viele Bergleute konnten den Verlockungen auf guten Verdienst nicht widerstehen. Zuletzt waren es rd. 300 Bergleute und ihre Familien, die sich Anfang Oktober 1854 mitsamt ihrem Hausstand vom Oberharz in Richtung Ramsbeck auf den Weg machten.

Die Reise ging zunächst mit dem Zug bis Lippstadt, da sich dort der Ramsbeck nächstgelegene Bahnhof befand. Von dort zog ein Treck von annähernd 1.000 Menschen in Richtung Sauerland. Ihre Habseligkeiten, Möbel, Kleidung, Hausrat verluden die Ankömmlinge auf Wagen, Karren oder führten sie in Kisten und Säcken mit. Der beschwerliche Weg führte über Warstein, den Stimm-Stamm ins Ruhrtal, von dort weiter nach Bestwig und dann das Valmetal hinauf bis Ramsbeck. Am 4. Oktober 1854 kam der Treck in Ramsbeck an. Um die Stimung der Menschen, die durch die beschwerliche Reise sehr schlecht war, zu verbessern, hatte die Grubenverwaltung Geschenke vorbereitet und für das leibliche Wohl gesorgt.

Allerdings war die Reise noch nicht zu Ende. Denn von Ramsbeck aus ging es noch am gleichen Tag weiter in die 3 km entfernte, neu errichtete Kolonie Andreasberg. Hier bezogen die Harzer die fertiggestellten, aber noch feuchten Häuser. Am Mittwoch, dem 4. Oktober 1854 hatte Andreasberg gegen Abend eine Enwohnerschaft von 1.000 Personen.