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Grußwort

Ramsbeck liegt im langgestreckten Valmetal zwischen dem mächtigen 745m hohen Bastenberg, dem 732m hohen Stüppel und dem 708m hohen Dörnberg.

Anders als andere sauerländische Dörfer, wurde der Ort jahrhundertelang vom Bergbau geprägt. Die Anfänge liegen im Dunkel der Geschichte. Anlass zu vielerlei Spekulationen gibt der sogenannte Venetianerstollen, angeblich schon in der Bronzezeit angelegt. Bewiesen ist dieses jedoch nicht. Wegen seiner geringen Abmessungen ranken sich Sagen und Geschichten von Zwergen und kleinwüchsigen Menschen um ihn.

Urkundlich kann der Bergbau bis in das Jahr 1518 zurückverfolgt werden. 1559 wurde der Ortschaft vom kurkölnischen Erzbischof Anton die Bergfreiheit verliehen. Es gibt sicherlich nur wenige Ortschaften im Sauerland, die auf solch eine wechselhafte, ja spektakuläre Geschichte zurückblicken können.

Um 1850 wurde Ramsbeck über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, als Spekulanten mit einem riesigen Aktienschwindel hier ein modernes Industriezentrum aufbauen wollten. Nach einer kurzen Scheinblüte brach das sogenannte "Kalifornien im Sauerland" wie ein Kartenhaus zusammen – Not und Elend blieben zurück. Ein neuer Verwaltungsrat stellte danach den Bergbaubetrieb auf eine solidere Grundlage.

Bis zum 31.1.1974 war der Bergbau in Ramsbeck von ausschlaggebender Bedeutung. Dann mußte die "Grube" geschlossen werden. Eine DM-Aufwertung, Verfall des englischen Pfundes - Erzmetallaktien werden an der Londoner Börse gehandelt - und schwerabbaubare Erzlagerstätten mit geringem Erzgehalt waren die Ursachen für die Schließung.

Der zu erwartende wirtschaftliche Rückschlag blieb trotz des Verlustes von ca. 400 Arbeitsplätzen aus. Dank eines grosszügigen Sozialplanes für die Beschäftigten und einem Dorfentwicklungsprogramm fand in erstaunlich kurzer Zeit eine Umstrukturierung zu einem ansehnlichen Ferienort statt.

Massgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Einrichtung des Bergbaumuseums. In den Räumen der ehemaligen Waschkaue und vor Ort im Dörnberg wird der Besucher von Fachkräften mit der Arbeitsweise des Bergmanns vertraut gemacht. Auf diese Weise lebt der Ramsbecker Bergbau weiter.

Im Jubiläumsjahr 1999 erwartet man den 2.5 millionsten Besucher. Um den Ort ansehnlicher zu machen, hat man viele Bergbaurelikte beseitigt. Der Rauchabgaskamin am Bastenberg wurde jedoch zum Wahrzeichen Ramsbecks. Zur Weihnachtszeit erstrahlt auf ihm ein Stern, zur Osterzeit grüsst ein Kreuz ins Tal, in der übrigen Zeit schmückt ihn eine Fahne.

Ramsbeck hat seine Identität behalten und neu entdeckt.In Verbindung mit dem Freizeitzentrum "FORT FUN", mit ansprechender Gastronomie, einem guten Wanderwegenetz, einer intakten Infrastruktur und mit allen Dienstleistungsangeboten, ist Ramsbeck mit den umliegenden reizvollen Dörfern Berlar, Andreasberg, Wasserfall, Heinrichsdorf und Valme ein lohnendes Ausflugs- und Ferienziel.

 

F. E. Prein
Ortsheimatpfleger