Die Geschichte Ramsbeck Bergbaus reicht in das Mittelalter zurück,
oder wenn es stimmt noch weiter. Der
Sage nach waren Wichtelmännchen
die ersten Bewohner
rund um Ramsbeck. Sie gruben im
Bastenberg nach Gold und Silber. Davon hörten die
Venetianer und sie kamen nach Ramsbeck, verjagten die Zwerge und
raubten deren Schätze. An die Venetianern erinnert heute noch
der Venetianerstollen im Bastenberg, dessen Alter nach einer Studie
von Prof. Dr. Ing. Heinrich Quiring bis in das Jahr 1.500 v. Chr.
zurückgehen soll.
Die erste urkundliche Erwähnung der Ramsbecker Bergbaues
datiert aus dem Jahr 1518. Im Schätzregister für das
Herzogtum Westfalen sind im Jahr 1536 in Ramsbeck 10 Steuerpflichtige
aufgeführt, die rd. 28 Gulden (1 Gulden hatte den Gegenwert von
3 Schweinen oder 16 Gänsen) zahlen mußten. Im 17. und 18.
Jahrhundert hatten die Kurfürsten von Köln
maßgeblichen Einfluß in Ramsbeck. Sie ließen aus
dem Ramsbecker Silber ihre Münzen prägen. Daran erinnert
noch heute der Ausbeutetaler aus dem Jahr 1759.
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Die Vorderseite des Ramsbecker Ausbeutetalers zeigt Clemens August, Kurfürst von Köln |
Die Rückseite zeigt den Bastenberg als bösen Berg, der Unglück bringt und daneben den Dörnberg als den guten Berg, aus dem Erz und somit Wohlstand kommen |
Ende des 18. Jahrhunderts war der Bergbau fast ganz zum Erliegen
gekommen, zu zersplittert waren die Besitzungen. Erst 1815 wurde es
mit Gründung der Ramsbecker Gewerkschaft besser.
Mitte des 19. Jahrhunderts errang Ramsbeck den zweifelhaften Ruf
eines "Californien Europas" Ausgelöst wurde dieser Ruf durch die
Spekulationen einen gewissen Marquis Henry de Sassenay, der mit dem
Ankauf der Ramsbecker Gruben den gesamten deutschen Bleimarkt
beherrschen wollte. Investoren wurden gelockt, indem Ihnen
vorgegaukelt wurde, daß das Ramsbecker Erz reich an Silber
sei. Innerhalb kurzer Zeit wuchs die Belegschaft in den Ramsbecker
Gruben von 450 auf über 1.900 Bergleute. Da der heimische
Arbeitsmarkt nicht genügend Arbeitskräfte bereitstellen
konnte, wurden im Harz 300 Bergleute abgeworben. In einem Treck von
1.000 Menschen zogen sie mit Ihren Familien von Lippstadt über
Warstein nach Neu Andreasberg. Es entstanden 25 Pochwerke, in Ostwig
wurde mit dem Bau einer Hütte für die Gewinnung von 30.000
Tonnen Blei begonnen; der Frachtverkehr wurde mit Hilfe von 275
Pferden bewältigt.
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In der Weltwirtschaftskrise am Ende der 30er Jahre wurde der Bergbau ganz eingestellt, Anfang 1933 wieder aufgenommen um dann nach dem totalen Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945 wieder zum Erliegen zu kommen. In den Nachkriegsjahren begann die Produktion wieder; so wurden 1955 350.000 Tonnen Roherze gefördert; die Produktion steigerte sich bis auf rd. 600.000 Tonne Roherz Anfang der 70er Jahre.
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| Das Bild zeigt die Aufbereitung. Hier wurde das Erz von dem Gestein getrennt. |
Am 31. Januar 1974 wurde die Grube zum vorerst letzten Male geschlossen. Der an den Pfundkurs gekoppelte Preis für die Erze, aber auch die Erzarmut des Ramsbecker Gesteins waren der Grund. Zuletzt 450 Arbeitsplätze fielen weg, für eine Gemeinde mit rd. 3.500 Einwohnern ein gewaltiger Schlag. Rechnet man diese Zahlen auf eine Stadt wie Dortmund hoch, so hätte das für Dortmund umgerechnet einem Verlust von über 70.000 Arbeitsplätzen bedeuten.
In einen gewaltigen Kraftakt wurde Ramsbeck mit Unterstützung von Bund und Land von einem Industriedorf in ein Fremdenverkehrsdorf umstrukturiert. Heute erinnern an die Bergbauvergangenheit nur noch wenige Dinge hiervon aber besonders eindrucksvoll das Bergbaumuseum.